Die Osteopathische Behandlung

Als Grundlage der Arbeit mit den Patienten dient der Begriff „Osteopathische Dysfunktion /Läsion“. Das bedeutet eine ertastbare „Einschränkung“ der Beweglichkeit des Gewebe.

Man spricht von primärer Dysfunktion  wenn eine Einschränkung der Beweglichkeit eines Gelenkes oder verschiedener Gewebe entsteht, als Schutz gegen eine drohende Schädigung wie zum Beispiel Hexenschuss oder ein Trauma.

Eine sekundäre Dysfunktion entsteht als Anpassung an die bestehenden Bewegungseinschänkungen des Körpers.

Ein Symptom entwickelt sich erst dann, wenn der Organismus nicht mehr in der Lage ist, die Gesamtheit der bestehenden Dysfunktionen zu kompensieren, oder mit anderen Worten, sein inneres Gleichgewicht nicht mehr erhalten kann. So ist vielleicht auch verständlich warum häufig Probleme auftreten ohne dass der Betroffene eine konkrete Ursache als Auslöser finden kann. Oft summieren sich kleine Einschränkungen die man gar nicht miteinander in Zusammenhang bringt und bringen das Fass zum Überlaufen. Die Kette der Kompensationsfähigkeiten des Körpers reisst dann an ihrem schwächsten Glied. Der Beginn von Krankheiten oder Symptomen ist also immer das Ende einer lange Kette von Versuchen des Organismus seine best mögliche Funktion zu erhalten und bestehende Einschränkungen, gleich welcher Art, möglichst ökonomisch zu kompensieren.

Der Osteopath sollte durch sein weitgefächertes Wissen und seine praktische Ausbildung in der Lage sein, die kleinste Bewegungen im Körper zu fühlen und zu interpretieren. Mit differenzierten Techniken wird die Beweglichkeit der betroffenen Strukturen während der Behandlung gezielt verbessert und damit versucht die Dysfunktion aufzulösen. Dadurch wird es den behandelten Menschen möglich gemacht sich selbst auf natürlicher Art und Weise ins Gleichgewicht zu bringen und so eine ökonomische Funktionsweise zu finden. Die Feststellung dieser Dysfunktionen setzt langes und intensiver Training des Tastvermögen voraus.

Der Osteopath „heilt“ also die Patienten nicht, sonder gibt ihm eine Chance besser und ohne funktionelle Einschränkungen zu leben.

Der Organismus ,als ökologisches System, heilt sich selbst am besten und am nachhaltigsten. Ausgehend von den folgenden drei Aspekten sucht der Osteopath nach der primären Ursachen

Beschwerden:

  • Osteoartikulären Bereich. Die Diagnose und Behandlung von Dysfunktionen der Gelenke und des Körpers unter Beachtung funktioneller Zusammenhänge
  • Viscerale Bereich. Umfasst den Bereich der innere Organen und deren Zusammenhänge zum gesamten Organismus (ua. Blut – und Lymphebahnen und Nerven ) besonders in Hinsicht auf der hormonellen und neurovegetativen (das unbewusste Nervensystem) Steuerung.  Ausserdem fällt in diesen Bereich die Regulierung von Spannungen des Gefässsystems.
  • Cranio-Sacral Bereich. Umfasst den Schädel, die Wirbelsäule und das Kreuzbein/Steissbein, die Hirnflüssigkeit, die Hirnhäute sowie das Nervensystem und dessen Funktionieren.

Das Ziel jeder Behandlung ist eine Wiederherstellung des individuellen Gleichgewichts im Körper unter Berücksichtigung der drei vorgenannten Aspekte. Kein Mensch ist gleich, jeder Körper hat seine eigene Geschichte.

Das Bindegewebe, das sämtliche Organen und alle Zellen im Körper miteinander verbindet und in dem sämtlichen Reaktionen – wie Entzündungen, Zerrungen und Heilungen –  ablaufen, ist das zentrale Gewebe auf dem in der Osteopathie gearbeitet wird.